Hier erhalten Sie Informationen über die Zucht von Boa Constrictor

Bevor ich in die Beschreibung der Zucht von Boa Constrictor einsteige beginne ich mit einem Appell an alle Boa-Halter.

Die Boa Constrictor hat viele Vertreter in verschiedenen Unterarten und Verbreitungsgebieten und es sollte für jeden Pfleger selbstverständlich sein Boa Constrictor nicht bunt zu mischen, sondern auf die Reinheit der Unterart und der Verbreitungsgebiete zu achten.

Es wurde leider in der Vergangenheit alles mögliche an Boas untereinander verpaart. Dies hatte verschiedene Gründe. Früher wusste man noch nicht so viel über die Unterarten und deren Verbreitungsgebiete wie heute und es war nicht immer einfach an Boas aus einem Verbreitungsgebiet zu kommen.
So musste man z.B. leider auf ein Boa constrictor imperator Männchen aus Kolumbien zurück greifen um seine Boa constrictor constrictor Dame aus Surinam/Guyana zu befruchten.

Heute weiß man doch enorm viel über die Unterarten und deren Verbreitungsgebiete und es ist heute auch nicht mehr so schwierig ein passendes Gegenstück zu einem vorhandenen Tier zu erhalten.

Leider steht auch heute noch zu oft auf den Papieren von Tieren Boa Constrictor Constrictor obwohl es sich sehr oft bei den Tieren um Mixobas oder Imperatoren handelt.

Ich habe mich auf die Zucht von Boa Constrictor Constrictor aus dem Verbreitungsgebiet Surinam/Guyana spezialisiert und ich habe es mir zur Aufgabe gemacht meinen Teil zur Erhaltung dieser Art beizutragen.


Geschlechtsunterschiede

Zu einer erfolgreichen Fortpflanzung benötigt man immer ein Männchen und ein Weibchen.

Zum Unterscheiden von Männchen und Weibchen gibt es verschiedene Möglichkeiten.
Bei adulten Tieren kann man die Unterschiede teilweise schon aufgrund der Afersporne feststellen. Die Aftersporne sitzen links und rechts neben der Kloakenöffnung. Bei den Männchen sind diese "Klauen" größer als bei weiblichen Tieren. Ferner ist der Schwans des Weibchens kürzer wobei der des Männchens hinter der Kloake wuchtiger wirkt, da dort die beiden Hemipenes liegen.
Die Weibchen sind in der Regel massiger und größer als die Männchen.
Diese optischen Eindrücke können aber auch trügen.
Möchte man auf Nummer sicher gehen, so sollten die Tiere sondiert werden.
Vorweg sei gesagt, dass eine Sondierung nur von einem reptilienkundigen Tierarzt oder einem erfahrenen Schlangenzüchter vorgenommen werden sollte, da es bei falscher Anwendung zu Verletzungen mit unter Umständen Sterilität der Männchen kommen kann.

Bei der Sondierung wird eine sterile Knopfsonde mit Hilfe von Vaseline oder Gleitmittel Schwanzabwärts an der linken oder rechten Seite des Kloakenschildes eingeführt.
Bei weiblichen Tieren kann die Sonde nicht weit schwanzabwärts eindringen und es ist kurz nach dem Einführen ein Widerstand zu spüren. Bei den männlichen Boas dringt die Sonde weiter ein als bei den Weibchen. Bie Weibchen dringt die Sonde normalerweise nur 3-5 Schuppenlängen schwanzabwärts ein, bei den Männchen dringt die Sonde 10-15 Schuppenlängen schwanzabwärts der Kloake ein.


Geschlechtsreife

Die Geschlechtsreife bei Boa Constrictor Constrictor tritt später ein als bei Boa Constrictor Imperator. Die Vetreter der Imperatoren Gruppe werden je nach Fütterungszustand in der Regel nach durchschnittlich 3,5 Jahren geschlechtsreif.
Die Vertreter der Constrictoren Gruppe hingegen werden je nach Fütterungszustand erst nach 4,5 bis 5,5 Jahren geschlechtsreif. Männchen können die Geschlechtsreife früher als die Weibchen erlangen. So kann ein Männchen bereits nach 19 Monaten geschlechtsreif sein und zur Paarung schreiten. Ich persönlich würde diese Tiere in diesem jungen Alter noch aus der Zucht halten und noch ein Jahr warten bevor sie sich mit den Weibchen vergnügen dürfen.

Ich kann immer wieder nur appellieren, dass man die Tiere nicht hoch powert um sie möglichst früh geschlechftsreif zu bekommen. Dies schadet nur der Gesundheit des Tieres.


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